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batteryacidtekno
Sonntag, März 18th, 2012

die musik hat sich vom freien jazz bis jetzt mehrmals völlig verändert.
die idee war immer die selbe. die umsetzung wird immer klarer.
meine musik ist immer improvisiert. wenn improvisation „gelingt“ ist die intensität sehr stark. es besteht ein einklang mit dem hier und jetzt.
meine musik kommt aus dem bauch obwohl ich ein ziemlicher kopfmensch bin.
ich suche nicht nach harmonie. ich finde um mich herum keine harmonie die mir wahr erscheint. manchmal taucht aus dem chaos hymnenartig etwas lyrisches, schönes, bizarres, feines, auf. in diesen momenten harmonisiert sich der klang.
ich beabsichtige nicht extra agressiv und destruktiv zu sein. bei einer performance hat es mal jemand mit dem wort „faszinierende ablehnung“; beschrieben…
es gibt manchmal ganz schön krachende hämmernde rythmen die sein wollen. die maschinengewehre die hier nicht zu hören sind…
meine konzerte/performances sind jetzt auch immer ein statement zu geschlechtsidentität bzw. die infragestellung dieser.
ich bin eigentliche eine frau in einem männerkörper. ich bin erst vor nicht allzuzlanger zeit damit herausgekommen. es ist schon recht spät. man/frau lebt nur einmal. es gibt kein versteck mehr.
ich nehme mir alle nötige freiheit um zu sein was ich bin. in der musik und jeden tag und überall. nicht wenige kommen damit nicht klar…

yann keller
duisburg den 13. februar 2003

 

einige zitate aus texten die mich inspieriert haben und es weiterhin tun…

… die traditionelle funktion des schirms (schildes) als schutz vor „angriffen“ aus der umwelt, wie regen, sonne, wind, früher schwerthiebe, steinwürfe etc. hat mit der modernen technologie einen ungeheuren bedeutungswandel erlebt. „schirm bezeichnete ursprünglich den schild der kämpferinnen, d.h. eigentlich den fellüberzug des schildes. aus dem fell wurde eine kathodenstrahlröhre, ein flüssigkeitskristallschirm oder ein plasmabildschirm. nun aber stellt sich die frage, wie es zu einer derartigen wortsymbiose wie die des bildes und des schirmes kam, denn fälschlicherweise induziert das wort bildschirm schutz vor bildern; was der bildschirm tatsächlich schützt, ist nicht die über ihn gesendete bilderflut, sondern die hinter ihm liegenden maschinenbestandteile, die auseinander zunehmen den konsumentinnen durch ein starkstromzeichen (blitz=symbol der höchsten götter=schlange) bei gefahr verboten ist. aus diesem grunde ist auch ratsam, ins innere des computers zu blicken, sich darin zu versenken, welcher art die bauteile sind, die wir als elektronische augen zur welt oder als auge gottes empfinden…

 


…neben ihrer komplexen symbolik war die schlange vermittlerin zwischen himmel und erde, erde und unterwelt. sie symbolisierte weisheit (sophia), macht, tod, zerstörung, wiedergeburt (häutung), heilung und zauberkunst. in gynäkokratischen kulturen verkörperte die schlange die mächte des universums, donner, blitz (axt) , regen (donnerkeil), erleuchtung (schlängeln der feuer-zungen), erkenntnis, lebenskraft. schlangenkulte zählen zu den ältesten praktiken religiöser handlungen, insofern ist es nicht verwunderlich, daß alle apotheotischen werdegänge mit der schlangensymbolik dekoriert wurden/werden. um sie der patriarchalen symbolik einverleiben zu können, musste sie rituell (apollon, hl. georg etc.) getötet werden. die schlange hat allen bemühungen, sie von der erde zu tilgen, zum trotz, ihren göttlichen status beibehalten. aby warburg sah sie in der elektrizität verkörpert. bildlicher hinweis dazu ist das blitzsymbol auf allen elektrischen geräten. 1923, circa 30 jahre nach seiner reise nach neumexiko, verfaßte warburg sein manuskript über die schlangenrituale, in einer zeit also, in der alle modernen städte bereits elektrifiziert waren, telephon und telegraph die welt schrumpfen ließen. sein abschließender kommentar könnte ohne weiteres auch als vorwort zur post-moderne gelesen werden: „dem heutigen amerikaner erregt die klapperschlange keine furcht mehr. sie wird getötet, jedenfalls nicht göttlich verehrt. was ihr entgegensetzt wird ist ausrottung. der im draht eingefangene blitz, die gefangene elektrizität, hat eine kultur erzeugt, die mit dem heidentum aufräumt. telegramm und telephon zerstören den kosmos. das mythische und das symbolische denken schaffen im kampf um die vergeistigte anknüpfung zwischen mensch und umwelt den raum als andachtsraum oder denkraum, den die elektrische augenblicksverknüpfung mordet.“…

 


… wer von all den benutzerinnen der nachfolgemodelle des alta(i)rs ist in der lage zu erklären, wie die elektronischen kommunikatseinheiten funktionieren? dieses geheimnis ist nicht das geheimnis der massenbenutzer, den gläubigen, es ist die magische basis (basic) der modernen götter, die ihren „human-medien“ (zukunfts- und trendforscher, wissenschafter, öko- und börsengurus, politiker…), „elektronische medien“ zur verfügung stellen, um ihre glaubensinhalte massenmedial zu vertreiben. tag und nacht sehen menschen fern, sitzen vor ihren bildschirmen und informieren sich, lassen sich „gestalt geben“, „formen“, „bilden“, wie das wort informare (lat.) von sich aus schon sagt…

 


…in zeiten des untergangs bzw. des nahenden endes taucht immer wieder das begehren auf, neue, künstliche gemeinschaften zu gründen, die mit familie und reproduktion im sinne einer genealogischen vermehrung nichts mehr zu tun haben wollen. das sind die formen der kulturellen innovation jenseits der familienkasten, die tradiertermaßen als chemische wahlverwandtschaften (goethe und davor) durchgegangen sind. der status der verweigerung hat für beide geschlechter dasselbe wort: jungfräulichkeit. transsexualität und transgender sind die modernen schlüsselwörter…

 


vater der du bist im himmel, unser tägliches brot gib uns heute in form von teleworking, und damit das ganze nicht zu kompliziert wird, konfrontiere uns bei der bild-schirm-arbeit nicht mit allzu vielen programmen. microsoft sei dank, laufen 85% der computer auf betriebssystemen von gates, dem global player, der uns die pforten (gates) ins elektronische himmelreich aufhält…

 


… das netz der netze, zauberwort „internet“ verspricht allen gläubigen die „zukunft“, strahlend wie eh und je. als erste instanzenvermittlerinnen legten die „heidnischen“ orakel-priesterinnen den draht in diese welt, dann kam die „monotheistische“ kanzelepoche und jetzt bedienen wir uns der telematischen geräte des gepriesenen informationszeitalters, deren sammelbegriff wiederum „medien“ heißt, um unsere zukunft zu erfahren. und wie immer lag die zukunft in den medien selbst. sie sind die zukunft. strapaziert aber wahr ist mcluhans erkenntnis: the media is the message…
zitiert sind:


sabine bauer
irmgard cornelia klammer
herbert marshall mcluhan

die vollständigen texte finden sie unter folgenden adressen:

zaba&tissa corepage
text1
text2
text3
www.t0.or.at

netzstilus

 

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